Samstag, 14. Mai 2016

Herrentagstörn 2016

 

Letzte Woche auf dem Weg nach Hamburg, wehte mir auf der Autobahn noch ein kräftiger Schneeschauer ums Auto. Die Gedanken an den bevorstehenden Herrentagstörn nächste Woche wurden von Nachtfrost und Schneeflocken überdeckt. Doch das Wunder geschah. Hoch Peter radierte den Winter blitzartig aus. Plötzlich war von blauem Himmel, Sonnenschein und 20 Grad die Rede.

Als wir uns am Mittwochabend vor Himmelfahrt an Bord zum alljährlichen Männerkommando versammelten, hatten wir allen Grund dem Wochenende erwartungsvoll entgegenzublicken. Da der Herrentag nur schwachwindig werder sollte, konnten wir ausgiebig frühstücken und lösten erst gegen Mittag die Leinen. Vorher noch unter Deck alles mit unserem Surfzeug vollgestopft. Von Windsurfausrüstung über Kite-Equipement bis hin zu einem Stand-UP-Paddelboard waren einige Spielzeuge dabei. Nach dem Tanken dieselten wir nämlich Fehmarn entgegen. Dort war das ganze Wochenende Windsurf-Festival und wir wollten dabei sein. Also den Autopilot eingestellt und bei glattem Wasser mit Reggea-Musik aus der Bose-Box gemächlich dem Ziel entgegengeschippert.

 
 
 
Nach 7 Stunden machten wir in Burgtiefe fest und der Grill kam der erste Mal zum Einsatz. Herrlich geschützt hinter der Sprayhood und gewärmt von der untergehenden Sonne kam Lachs und Schweinefilet auf unsere Teller. Und und eiskaltes Dosenbier in die vertrockneten Kehlen. Später schauten wir uns noch eine Flutlichtperformance am Südstrand an. Tow-In-Windsurfen. Aus mangel an Wind zog ein Jet-Ski die Windsurfer auf die passende Geschwindigkeit für den passenden Trick vor den Zuschauern am Strand. Anschließend noch Surfer-Party im Haus des Gastes bis weit nach Mitternacht.

 

Ab Freitag stellte sich dann die vorhergesagte Ostwindlage ein. Blauer Himmel von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Vormittags machten wir einen Ausflug nach Burg und stöberten durch die Surfshops und stärkten uns mit Fischbrötchen. Nachmittags frischte der Wind dann kräftig auf und da wir nicht sicher waren, ob am Südstrand gekitet werden darf, bauten wir zunächst am Binnensee beim Surfcenter auf. Mit 9er Kite surfte ich bei böigem Wind über die Lagune. Holger versuchte sich mit Windsurfen. Der Spot war durch fehlenden Anlandeplatz und Nähe zum Yachthafen nicht optimal und auch der böige Wind nicht. Außerdem erinnerte mich ein Kitelehrer auf der Lagune, dass hier Schulungsgebiet ist. Holger zog ab zum Südstrand und ich hatte erstmal genug. Chillten dann lieber noch am Strand und sahen dort den Kitern zu. Denn offenbar durfte man während des Festival hier auch Kiten. Toll - Material lag schon wieder an Bord. Also dann am nächsten Tag. Außerdem wollten wir ja noch Grillen und später zur Party.

 

Den Samstag Vormittag nutzten wir bei weniger Wind, um mal das aufblasbare SUP-Board auszutesten. Gar nicht so leicht bei den Wellen die Balance zu halten. Da spürt man schnell völlig untrainierte Muskeln. Nachmittags legte der Wind wieder langsam zu und ich konnte mit meinem 16er Kite auf´s Wasser gehen. Nach zwei ausgedehnten Sessions war dann die Luft raus aus den Muskeln. Der Wind legte weiter zu und so kamen auch die Windsurfer auf ihre Kosten. Am nächsten Tag mussten wir ja zurück nach Warnemünde und früh aufstehen, denn der Ostwind war ja gegen uns und sollte über den Tag zunehmen. Das bedeutet auch Seegang von vorn. Als wir morgens um 7 Uhr ablegten, war es mit 4 Beaufort noch moderat und wir konnten unter Maschine viel Strecke gut machen. Letztlich brauchten wir aber doch 9 Stunden und das ohne Segeln. Auf Kreuzkurs hätten wir etwa doppelt so lange gebraucht und aus der Ferne hörten wir schon Familie und Job rufen. Abgekämpft aber zufrieden zogen wir dann Sonntagabend Richtung Heimat. Bis zum nächsten Jahr.

 



Dienstag, 19. April 2016

Schrubberei für die Saison

Seit gestern liegt unser Schiffchen wieder am Liegeplatz in Hohe Düne. Ein strammer, kalter Westwind hat uns die Warnow runtergeblasen. Dick eingepackt und ganz allein brauchte es bei reichlich Seitenwind 4 Versuche, bis ich unseren Langkieler rückwärts in die Box zwingen konnte. Der Winter hat an Deck sein Spuren hinterlassen. Das Teakholz muss von Dreck und Grünspan befreit werden. Ein harter Knochenjob mit Salzwassereimer und Bürste in der Hand. Mehr als 4 Stunden später dämmert es bereits, als ich erschöpft die Segel streiche und das Deck noch einmal mit dem Schlauch abspritze. Jetzt nur noch zurück zum Auto und nach Hause. Aber das Auto steht noch beim Winterlager. Also zu Fuß zur Autofähre nach Warnemünde. Die mir knapp vor der Nase wegfährt. Also weitere 20 Minuten warten. Die S-Bahn fährt dann ab Warnemünde auch nicht wegen Baustelle. Daher muss ich wieder zu Fuß eine Station weiter zur Werft laufen und erwische dort gerade so die bereitstehende Bahn. Bin dann letzlich erst 22:30 wieder daheim und falle mit schmerzenden Knochen ins Bett in der Gewissheit, mit Muskelkater aufzuwachen. Aber auch mit der Segelsaison vor dem Bug.





Samstag, 9. April 2016

Es wird Zeit.




















Puh, das war knapp. Erst zieht sich der Winter zäh dahin und dann kommt der Frühling mit großen Schritten und der Krantermin steht vor der Tür. Am 18. April soll es ins Wasser gehen. Bis Herrentag ist es nicht mehr lang hin. Da wird traditionell mein "Himmerfahrtskommando" einberufen und der erste Törn des Jahres zelebriert. Tja - und das Schiff döst noch unangetastet im Winterschlaf. Bis gestern zumindest. Trotz 50 Prozent Regenwahrscheinlichkeit habe ich mittags das Büro gegen Farbeimer, Rolle und Pinsel getauscht. Zum Glück bleibt es trocken und gegen 18 Uhr ist der Eimer leer und das Unterwasserschiff schön gleichmäßig dunkelblau. Der Krantermin kann kommen.




Montag, 23. November 2015

Abgetaktelt & Eingewintert

Nachdem wir am 1. November noch zusammen mit den Kindern beim Schiff waren und nach und nach alles leer geräumt haben, ging es erst heute ins Winterlager. Bei strahlendem Sonnenschein und kaltem Nordwind nahe dem Gefrierpunkt. Ist ja auch schon fast der erste Advent. Da wird es Zeit für den Saisonabschluss. Durch meinen Törn mit der "Eye of the Wind" auf dem Atlantik hat sich alles nach hinten geschoben. Habe nur auf perfektes Wetter gewartet...;-) Draußen vor Warnemünde wurde ich dennoch zum Abschied ordentlich durchgeschüttelt. Reste des kürzlichen Orkantiefs rollen durch und waschen über Deck. Nach 15 Minuten Geschaukel surfe ich durch die Molenköpfe in die Warnow und schon um 9:30 Uhr habe ich Krantermin. Alles klappt und nun sind es auch nur noch rund 4 Monate bis zum Saisonbeginn.

Hier noch ein paar Bilder vom Abtakeln am 1.11.:







Und hier ein paar Schnappschüsse von heute:






Donnerstag, 29. Oktober 2015

Abenteuer Atlantik: von Cadiz nach Lanzarote



Der aufmerksame Blogleser wird erkennen, dass ich in den vielen Wochen seit dem letzten Post nicht unsere Carpe Diem nach Spanien überführt habe. Nein, diese Geschichte beginnt aber tatsächlich auf unserem Sommertörn, von dem der letzte Post handelte. Aufgrund der Wetterkapriolen lagen wir diesen Sommer nämlich eine ganze Woche in Klintholm fest. Jeden Tag Starkwind aus West.

Während unseres Aufenthaltes besuchte auch die Brigg "Eye of the Wind" den Hafen und ich habe mir das schöne, mehr als 100 Jahre alte Schiff mal von außen angeschaut. Einmal mit so einem Schiff ordentlich Wind und Welle erleben. Ich nehme mir einen Flyer mit und entdecke den Hinweis auf ein Online-Gewinnspiel. Jeden Monat wird eine Reise auf der "Eye" verlost. Also nehme ich teil und wenig später zurück daheim am Briefkasten entdecke ich verdächtige Post.

Der Klassiker. "Sie haben gewonnen." Ich kann es erst nicht glauben und suche nach dem Haken. Schließlich realisiere ich mein Glück und wähle mir letztendlich die Atlantik-Etappe von Cadiz nach Lanzarote aus. Rund 8 Wochen später bin ich zunächst für 3 Tage in Cadiz auf Städtetour, um dann für 8 Tage an Bord der "Eye" zu gehen. Der Traum vom Atlantik wird war, beginnt aber mit einem harten Auftakt. Ein ausgeprägtes Tiefdruckgebiet beschert uns Gegenwind auf dem Weg nach Lanzarote. Und das nicht zu knapp. Uns schlagen 8-9 Beaufort und heftiger Seegang entgegen. Nach harten zwei Tagen mit Seekrankheit und Achterbahnfahrt durch die Wellen gewöhne ich mich an den Atlantik und beginne zu genießen.

Nachtwachen mit Sternenhimmel und Blick auf Venus und Mars. Das Schiff stundenlang auf Kurs halten und immer wieder neue Facetten von Licht, Wellen, Wind und Weite entdecken. Von Regen bis Sonnenbaden erlebe ich mit einer bezaubernden Crew ein Abenteuer mitten im Leben. Klettern im Klüvernetz, aufentern in den Fockmast, Schleppangeln, Delphine beobachten und nach 6 Tagen Land in Sicht. Auch kulinarisch verwöhnt uns unsere spanische Köchin jeden Tag mit kleinen Köstlichkeiten. Auch wenn der Wind gegen uns war und das Segeln dadurch eingeschränkt war - es hat sich gelohnt. Ich habe Blut geleckt und werde den Atlantik sicher nicht das letzte Mal unter dem Kiel gehabt haben. Vielleicht ja sogar mal mit dem eigenen Schiff?

Hier nun ein paar Fotoeindrücke:













Montag, 24. August 2015

Rund Falster mit Wetterkapriolen

Mmh, der Sommer neigt sich so langsam dem Ende und im Blog passiert nichts. Nun ja. Es gab schon den obligatorischen Sommertörn. Ende Juli, Anfang August waren wir fast drei Wochen unterwegs. Nur das bloggen haben wir unterwegs diesmal eingespart. Auch ganz nett ohne Jagd nach dem nächsten kostenfreien Hotspot. Also jetzt ein kleiner Rückblick im Schnelldurchlauf.

Mit ordentlich Wind und unseren Freunden von der Yuendumu auf Verfolgerkurs mussten wir uns Gedser zunächst hart am Wind mit reichlich Welle erkämpfen. Die Seekrankheit forderte trotz Superpep-Kaugummis ihre Opfer bei unseren Leichmatrosinnen. Dafür entschädigte uns tolles Grillwetter. Die Wetterprognose sollte leider so nicht bleiben. Die Zeichen standen auf Tiefdruck und Sturm aus Südwest. Vorher verlegten wir bei Ruhe vor dem Sturm unter Motor nach Klintholm.

Unterwegs wurden wir von drei Schweinswalen besucht, die uns sehr interessiert umkreisten. Sehr intensiv. In Klintholm schlug das Wetter dann richtig zu und es gab nicht nur einen Nachschlag. Wind und Welle satt aus Südwest führten dazu, dass wir 7 Nächte blieben und selbst am Liegeplatz durchgeschaukelt wurden, wie unterwegs. Zeit für Strandspaziergänge, faulenzen, Kreidefelsen, Hafenkino.

Endlich kehrte der Sommer zurück und wir Klintholm den Rücken. Über Stubbeköbing im Grönsund erreichten wir das Smaland-Fahrwasser und machten im Strandort Karrebaeksminde fest. Endlich können mal die Beiboote zum Einsatz kommen und die Badesachen. Auch die Krabbenangeln glühen. Unsere Freunde von der Yuendumu hatten noch eine Woche länger Urlaub. Daher trennten sich unsere Wege und wir richteten den Bug Richtung Süden. Durch den Guldborgsund und Nyköbing segelten wir bei schönem Halbwind bis nach Nysted. Von dort dann pünktlich zum Höhepunkt der Hansesail zurück nach Warnemünde. Abends dann noch das Feuerwerk als I-Tüpfelchen.

Hier noch ein paar Fotobeweise, dass wir wirklich unterwegs waren...;-)