Dienstag, 12. April 2011

Polieren geht über studieren

So - endlich geht es voran. Der Frühling ist da, die Luft duftet nach Saisonstart und vor die unbeschwerten Eignerfreuden hat Gott erstmal die Arbeit gestellt. Also habe ich gestern Lappen, Schwämme und diverse Wundermittelchen an ihren Einsatzort gebracht und in die Hände gespuckt. Das Wetter hätte nicht besser sein können. Sonne satt, wenig Wind ... aber noch soooo viel zu tun. Der Winter hat an unserem Schiffchen jede Menge Spuren hinterlassen. Die gilt es nun so gut wie möglich zu beseitigen. Um halb 11 bin ich also auf mein Leiterchen gestiegen und habe mit Schwamm + Gelcoatcleaner den Rumpf gereinigt...womit ich erst 15:30 fertig war...soviel zu den Spuren des Winters. Dann kamen Nanopolitur, Lappen, Handtuch und Poliermaschine zum Einsatz...bis gegen 20 Uhr die Knochen schmerzten und die Außenhaut wieder in der Abendsonne glänzte.

Seelig ab auf die Autobahn und nach Hause ... soweit der Plan. Leider kam noch eine Vollsperrung auf der A20 dazwischen. Gut, dass ich an der Tanke noch ne Bockwurst mitgenommen hatte. Eine gute Stunde ging es nicht voran. So war ich erst 22 Uhr wieder daheim und schnell forderten die geschundenen Glieder ihren Tribut in Form von komatösem Tiefschlaf...Der Mai nähert sich nun mit großen Schritten. Jetzt fehlen noch Spachtelarbeiten, Loggengeber einbauen, laminieren, Osmoseschutz und Antifouling aufbringen ... dann sind wir einwasserungsbereit. Womit die Todo-Liste lange noch nicht zuende ist... aber das gehört eben auch zu einem Großteil der Eignerfreuden...

Samstag, 29. Januar 2011

Besuch im Winterschlaf

Bei strahlendem Sonnenschein und frostigen Temperaturen haben wir es endlich mal geschafft unser Schiffchen während des langen Winterschlafs zu besuchen. Die Sorge war umsonst - der strenge Winter scheint bis jetzt keine allzu großen Spuren hinterlassen zu haben. Außer einem Überzug aus Eiskristallen und steif gefrorenen Fallen. Schnell noch den gesammelten Eimer Feuchtigkeit aus der Kajüte ausgekippt und einen neuen Sack zum entfeuchten angebracht. Schon kann der Winterschlaf weitergehen. Das Unterwasserschiff wirkt ungewohnt, so ganz ohne Farbauftrag - alles runtergeschliffen. Da wartet nun noch Einiges an Arbeit, bis es wieder los gehen kann. Aber bis dahin sind es ja auch noch 2 - 3 Monate ... gar nicht mehr so lange hin.

Lilli hat der Ausflug auch gefallen - endlich konnte Sie mal sehen, wo das Boot im Winter eigentlich ist. Sie hat schon oft gefragt, wann wir denn wieder hin fahren. Sind dann noch nach Warnemünde an den Strand gefahren und haben ein paar Sonnenstrahlen aufgesogen...hoffentlich nicht die letzten bis zum Frühling.

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Neues Crewmitglied

Am 08.10.2010 um 18:22 Uhr war es termingerecht soweit. Luna hat das Licht der Welt erblickt und wird von nun an unsere Carpe Diem Crew verstärken. Mal sehen was die Formel 1 Skipper + 3 Mädels in Zukunft für Herausforderungen bereithält. Die ersten Wochen daheim sind jedenfalls kein Zuckerschlecken. Eher ein zusätzlicher Fulltime-Job. Jetzt heißt es Zähne zusammenbeißen, Schoten dicht und volle Fahrt voraus! In Kürze geht es nun erstmal ins Winterlager.

Sonntag, 12. September 2010

Herbststimmung

Innerhalb weniger Tage ist unser Spätsommerfeeling nun der Herbststimmung gewichen. Unübersehbar sind die Zeichen. Die Luft riecht anders, die Sonnenstrahlen verlieren ihre Kraft und die Gedanken schweifen mehr ins Winterlager als hinaus auf See.

Immerhin nutzen wir trotz Jeannettes bevorstehender Geburt noch ein schönes, sonniges Wochenende, um uns an Bord von der Saison zu verabschieden. Auch im Yachtclub steht Samstag Abend die Saisonabschiedsveranstaltung an. Alle Zeichen stehen also auf Saisonende. Daher nutzen wir das windstille Wetter, um unser Schiff schon mal abzutakeln und etliche Sachen von Bord ins Auto zu verladen. Gar nicht so einfach, wenn noch ein Kleinkind zwischendrin herumwuselt.

Jetzt werden wir uns erstmal zu Hause das Nest bauen und nach der Geburt steht für mich dann noch die Überführung ins Winterlager an. Dazu dann in Kürze mehr.

Sonntag, 15. August 2010

Sonniges Inselhopping

Viel zu lange ist unser Sommertörn nun schon wieder vorbei. Der Alltag hat uns so schnell verschlungen, dass der Blogeintrag diesmal mit ordentlichem Verzug daherkommt. Schon befinden wir uns im Anflug auf den Herbst. Wind und Regen beamen uns in Gedanken bereits ins Winterlager.

Rückblick: Ende Juli hatten wir bei heißem Sommerwetter die Leinen losgeworfen, um drei Wochen lang durch Dänemarks Inselwelt zu bummeln. Zunächst erreichten wir motorsegelnd Gedser. Leider steckte mir mal wieder eine Sinusitis in den Knochen. Gönnten uns daher einen Hafentag und spazierten mit Lilli durch die Natur, kühlten uns in der Ostsee ab und stellten fest, dass die unzähligen Brombeerhecken noch nicht erntereif waren.

Von Gedser aus motorten wir bei Flaute in den Guldborgsund nach Nykobing. Mit 5 Knoten "rasten" wir über die Flachstellen und riskierten nur ab und zu einen Blick auf das Echolot. Bis auf 0,80 m ging die Anzeige runter. Aber die vorausfahrenden Yachten machten uns Mut. Das wirklich tolle Sommerwetter macht meinem Kreislauf dafür umso mehr zu schaffen. Pralle Sonne ist halt nur begrenzt genesungsfördernd. Das kann einem den Urlaub schon verleiden.

Ich beiße die Zähne zusammen und weiter geht unsere Tour den Guldborgsund hinauf. Dann können endlich mal die Segel gesetzt und der Motor ausgemacht werden. Mit Halbwind rauschen wir die Südküste von Femo entlang. Meine Mädels schlafen unten, nachdem Lilli uns lange mit Übermüdungsgequengel genervt hatte. Von der sengenden Sonne erschöpft, machen wir im überfüllten Hafen von Femo fest. Das weltberühmte Jazz-Festival nahte und so blieb uns zunächt nur ein Liegeplatz im 3er Päckchen. Da mich die Sinusitis ziemlich niedergestreckt hatte, blieben wir zum auskurieren und entspannen ein paar Tage auf der Insel. Der Wind hat sowieso auf West (also entgegen unserer geplanten Route) gedreht und kräftig aufgedreht. Wir nutzen den Strand direkt am Hafen und spazierten mit Lilli in die Inselörtchen, um unsere Vorräte mit den frischen Köstlichkeiten der Hofläden anzureichern.

Hatten für die restlichen Tage auch einen Liegeplatz in einer Box. Davor hat sich dann täglich das Hafenbecken mehr gefüllt. Da die Frau vom Nachbarboot auch krank war und vom Hafenmeister zum Arzt gefahren werden sollte, entschied auch ich mich für professionelle Hilfe bei der Krankheitsbekämpfung. Beim Arzt bekam ich ein Antibiotikum, so dass es mit mir langsam wieder bergauf ging. Waren dann eine gute Woche auf Femo und haben uns entschieden, keine große Tour mehr zu machen. Lieber wollten wir die restlichen beiden Urlaubswochen entspannt angehen, noch ein oder zwei Inseln besuchen und dann gemächlich zurückbummeln. Mit einem 2,5 jährigen Kind an Bord ist so eine Törnplanung auch deutlich weniger belastend.

Besuchten dann noch die Nachbarinsel Fejo, wo wir ebenfalls eine Woche verweilten. Das Wetter entwickelte sich leider nicht zu unseren Gunsten, so dass wir tatsächlich mal unsere Regenjacken rausholen mussten. Auf Fejo machten wir Ausflüge mit dem kostenlosen Inselbus - ein Highlight für Lilli. Jeden Tag wanderten wir zum Kaufmannsladen und gönnten uns ein Eis. Außerdem kam zweimal ein Fischer in den Hafen und verkaufte herrlich frische Schollen zum Schnäppchenpreis. Ein Gedicht auf dem Teller.

Die Rückreise zum Guldborgsund ging besonders flott. Sieben Windstärken wehten uns unter Genua mit über 6 Knoten und kräftigen Drückern Richtung Heimat. Zurück in Nykobing lernten wir noch eine deutschen Pärchen vom Nachbarschiff kennen, das sogar mit zwei kleinen Mädchen unterwegs war. Wir tauschten uns aus und gaben den drei Prinzessinnen Gelegenheit zum gemeinsamen Toben. Dabei klemmte sich leider die kleine Johanna den Daumen in der Tür zum Vorschiff ihres Bootes, woran Lilli nicht ganz unschuldig war. Somit war der Abend vorschnell beendet und das Geschrei war groß.

Von Nykobing aus nutzen wir noch einen leicht verregneten Tag für einen Ausflug ins Mittelalter-Center auf der anderen Fjordseite. Dafür nutzen wir unser Schlauchboot. War eine schöne Tour und auch Lilli kam im mittelalterlichen Dorf mit Tieren und allerlei Musik und Spielchen auf ihre Kosten. Ein gelungener Tag.

Auf der weiteren Rückreise stoppten wir nochmals in Gedser. Dann ging es in einer schaukeligen Überfahrt mit leichtem Wind direkt von Achtern in Richtung Rostock. Die Dünung erlaubte kein ordentliches Segeln und so musste mal wieder der Motor ran, um uns schnell genug über die Wellenberge schieben zu können.

Pünktlich zum Start der Hansesail erreichten wir wieder Hohe Düne. Der Hafen war richtig voll. Wir luden uns noch Besuch ein und genossen auf der Hansesail die letzen Urlaubstage mit Großseglerbegleitfahrt und Feuerwerk.

Tja - und nun stehen die Zeichen schon wieder auf Saisonende und außerdem naht die Geburt unseres zweiten Kindes. Es bleibt spannend.

Hier nun ein paar Fotoeindrücke vom Törn:

Im Guldborgsund gibt´s viel zu gucken.

Femo - gleich neben dem Hafen beginnt die Natur.

Die altersschwache Wippe leistete noch tapfer ihren Dienst.

Strand direkt neben dem Hafen - Zeit zum entspannen oder buddeln.

Hühner mit Löwenzahn füttern - so einfach sehen Highlights für ein Kleinkind aus.

Hofläden locken mit lokalen Köstlichkeiten.

Hin und wieder ziehen auch mal dunkle Wolken auf.

Schlauchboot-Touren sorgen für Kurzweiligkeit.

Unser "Ferienhaus" am Wasser.

Meine Meerjungfrauen.

Rollertour im Hafen von Fejo.

Kleine Jam-Session mit einem Fan.

Unser Stammplatz in Nykobing.

Moderne Ausblicke am Hafen von Nykobing.

Hier sind etliche Luxusapartements am Wasser entstanden.

Zeitreise in Mittelalter-Center.

Wohnküche des Mittelalters.

Waffenprobe.

Frische Erbsen - ein Gedicht - nicht nur um Mittelalter.

Lilli beim Ritterturnier auf dem Spielplatz.

Rückfahrt durch den Guldborgsund nach Gedser.

Wir beobachten, wie die Rostock-Gedser Fähre ihre Fracht ausspuckt.

Toller Sonnenuntergang in Gedser.

Zurück in Hohe Düne auf Schlauchboot-Tour.

Keschern - Lillis neues Hobby.

Unser erster Fang.

Wir genießen während der Hanse Sail unsere letzten Urlaubstage.

Ohne Worte.

Sonntag, 11. Juli 2010

35 Grad im Schatten

Ja - der Sommer ist da. Und wie. Wenn dann gleich richtig. Seit gefühlten Wochen scheint nun schon die Sonne. Regen ist selten geworden und die Temperaturen haben ägyptische Ausmaße angenommen. 35 Grad im Schatten. Da fällt das Atmen schwer. Der Schweiß rinnt in Strömen. Ob ein Wochenende an der See Abkühlung verspricht?
Schon gegen 17 Uhr erreichen wir hohe Düne und richten uns an Bord ein. Erstmal die Kuchenbude abgebaut, damit etwas Luft zirkulieren kann. Der Hafen ist gut belebt, denn es ist noch Warnemünder Woche. Außerdem ist Ferienzeit. Da nutzen schon etliche Crews das Sommerwetter für einen Törn. Trotzdem wir selbst nachts alle Fenster offen haben, herrscht unter Deck tropisches Klima. Ist ja auch kaum Wind, der uns etwas Kühle zufächern könnte.

Samstag wird´s dann noch heißer. Ich improvisiere ein Sonnensegel, was aber nur leidlich Hitze abhält. Die Flucht an den Strand macht Lilli mit einem Schreianfall zunichte. Da sie schon um 5 Uhr wach war und die Hitze ihr zusetzt, haben wir nicht mehr viel zu lachen. Ins Wasser will sie nicht und wenn wir rein wollen schreit sie den Strand zusammen. Also zurück zum Schiff und Lilli fällt dann schon 10:30 in einen langen Mittagsschlaf. Total erschlagen liegt sie da.

Wir dösen und Jeannette hält es nur noch unter Deck aus. Schließlich siegt die Hitze und wir beschließen, gegen Abend schon nach Hause zu fahren. Dort könnte es etwas erträglicher sein - zumindest im Haus. Also brechen wir an diesem Wochenende schon früh wieder unsere Zelte ab und schauen dann Abends im halbwegs kühlen Wohnzimmer das Deutschlandspiel um Platz 3 der WM. Ab nächstes Wochenende haben wir dann 3 Wochen Urlaub und wollen auf Törn gehen. Das Wetter soll ja noch halten. Nur die Hitze darf gern etwas erträglicher ausfallen. Der Sommer darf bleiben.

Sonntag, 6. Juni 2010

Vorgeschmack auf den Sommer

Dieses Wochenende musste einfach ausgenutzt werden. Die Meteorologen sagten nämlich herrlichstes Sommerwetter voraus - zum ersten Mal in diesem Jahr. Also machten wir uns am Freitag Nachmittag auf den Weg zum Schiff. Dort konnten wir dann einen herrlich windstillen, lauschigen Abend verleben. Mit Lilli ne Runde im Schlauchboot. Abendbrot in der Sonne. Lilli schläft schließlich ohne allzu großes Murren ein.

Der Samstag empfängt uns sonnig und warm, so dass wir unser Cockpitzelt abbauen und unter freiem Himmel frühstücken. Ein ganz leichter Wind kommt auf. Wir beschließen, ein bischen zu segeln. Also laufen wir schon kurz nach Neun aus und setzen alle Segel. Es reicht für ein gemächliches Dahingleiten bei herrlichstem Wetter. Der Autopilot surrt und Lilli spielt mit ihren Autos. Als wir nach einigen Seemeilen Richtung Darß wieder umkehren, entdecke ich eine Nebelbank, die bereits Warnemünde verschluckt. Schnell kommt der Nebel näher und wenige Minuten später stecken wir in dicker Suppe fest. Nur die Nebelhörner der Schiffe schallen unheimlich aus unterschiedlichen Richtungen zu uns herüber. Mit dem GPS nehmen wir bei auffrischendem Wind kurs auf den Hafen. Immer den Blick gebannt in den Nebel, um rechtzeitig nahende Schiffe zu entdecken. Tatsächlich taucht wie aus dem Nichts eine Segelyacht an Steuerbord auf, als wir gerade die Segel bergen. Dann sehen wir vor uns einen Ankerlieger - war der nicht vor dem Hafen. Richtig - die Mole schält sich aus dem Nebelvorhang und da ist auch schon die Hafeneinfahrt...geschafft.

Erst am Nachmittag klart es wieder auf. Wir gehen noch an den Strand und dann wird auch schon an Bord der Grill vorbereitet. Wir genießen den lauen Abend und schwelgen in selbstgemachtem Kartoffelsalat und feinstem Putenfleisch. Auch Lilli haut ordentlich rein. Auch der Sonntag besticht durch Sommerwetter, so dass kurze Shorts und Flip Flops wieder eingeweiht werden können. Leider ist der Strand in Hohe Düne ziemlich verdreckt, da ein Algenteppich angeschwemmt wurde. Also wurde das Anbaden gestrichen und das Wasser für Lilli musste unter höchstem Einsatz über die Bunen balancierend herangeschafft werden. Mittags dann nochmal grillen & anschließend in der Sonne chillen. Ja - da möchte man gar nicht weg. Immerhin lockten uns meine Eltern dann für den Abend mit einer Einladung - ja - zum grillen wieder nach Hause. So schmeckt der Sommer - hoffentlich noch recht lange.

Hier noch ein paar Fotos:


... das Boot lädt Lilli überall zum spielen ein.


Dahingleiten & Malen.


In wenigen Minuten kann sich die Situation ändern.


Pottendicker Nebel umgibt uns.


Abends wird zünftig gegrillt.


Der Schlepper & sein Spaßvogel.


Balanceakt für ein Eimerchen algenfreies Wasser.


Und hier geht´s schon wieder nach Hause ... ups ... vergriffen.