Dienstag, 31. Juli 2012

Nach Lundeborg mit Regenguss

Gestern haben wir rübergemacht nach Lundeborg. Das Wetter ist derzeit extrem wechselhaft. Eben noch sonnig, im nächsten Moment zieht eine Unwetterzelle mit viel Wind und Regen durch. Trotzdem sollte es laut Vorhersage noch einer der erträglicheren Tage werden. Außerdem ist jetzt fast Halbzeit und wir müssen ja unsere rechtzeitige Heimkehr mit einkalkulieren. Als wir um 8 Uhr wach werden, schnappe ich mir ein Fahrrad und radle zum Bäcker. Unterwegs treffe ich Heiko von der Yuendumu. Sie sind schon fertig zum Auslaufen. Bei uns dauert es noch... Bereiten Frühstück für unterwegs vor, bauen die Kuchenbude ab und bereiten alles vor. Als wir endlich soweit sind und ich noch unseren Seewasserfilter von allerhand Seegras befreit habe, saugt der Motor kein Kühlwasser mehr an. Nach ner Weile ist die Ursache erkannt und das Problem hat uns eine halbe Stunde gekostet. Um 9:30 geht's los. Wir kürzen über das Flach vor Agersø ab und sparen so etwa 3 Seemeilen. Dann können wir Segeln. Am Wind geht's mit Rauschefahrt und über 6 Knoten auf Langeland zu. Von dort zieht allerdings eine schwarze Wolkenwand auf und sogar eine Wasserhose ist erkennbar, die aber zum Glück den Touchdown nicht schafft. Wir Reffen und Segeln schnell und entspannt weiter. Als die Front da ist und der Wind weiter zulegt, bergen wir die Segel. Starkregen setzt ein und einige Blitze zucken. Dampfen mit Maschine gegenan zum Fahrwasser Richtung Lundeborg. Autopilot an. Ich schütze mich vor dem Regen unter der Sprayhood. Die Damen malen unter Deck. Die Front ist schnell durch und schon kommt die Sonne wieder raus. Ziehen die Segel zum trocknen hoch. Beim einholen verklemmt sich das Holeseil der Genua. Müssen sie komplett runterholen. Schließlich erreichen wir Lundeborg und gehen längsseits bei Yuendumu. Gehen dann alle nochmal an den Strand, bevor die nächste Regenfront uns zurücktreibt. Heute chillen wir hier in Lundeborg, während es draußen kräftig aus der Richtung bläst, in die wir wollen... Morgen gehts dann wohl nach Svendborg.

Samstag, 28. Juli 2012

Durch Gewitternacht nach Agersø

Mann war das ne Nacht! Lagen seit vorgestern vor Femø vor Anker und genossen das Sommerwetter zusammen mit der Crew von der Yuendumu. Grillen am Strand. Beibootfahren. Die zahlreichen Kinder Buddeln und spielen im Sand. Gestern frischte es dann etwas aus SO auf und da der Hafen 6er Päckchen mäßig überfüllt war, entschieden wir uns trotzdem für eine weitere Nacht vor Anker. Hatten über Internet extra noch Wetterbericht befragt. Mehr als Windstärke 5 sollte es Nachts nicht werden und da der Wind über Land kam, war die Welle noch erträglich. Der Anker sollte halten. Mit einem unwohlen Gefühl wird es Nacht und wir Schaukeln und stampfen vor uns hin. Vom hellen Wetterleuchten werden wir wach. Es wird doch kein Gewitter aufziehen? Kurz nach Mitternacht wird die Befürchtung Gewissheit. Es blitzt und donnert. Regen und pfeifender Wind kommen auf. Ein Blick zum Ufer sowie auf den Kartenplotter legen die Vermutung nahe, dass der Anker nicht mehr hält. Auch die Yuendumu hat sich entfernt und scheint sich zur Flucht zu rüsten. Es wird etwas hektisch, wir starten Motor und Navilichter. Ich versuche mit beiden Händen auf dem bockenden Vorschiff unseren Anker hochzukriegen. Gelingt völlig abgekämpft schließlich mit Hilfe der Maschine auf Volldampf voraus. Nichts wie weg vom Ufer. Ab in die schwarze, stürmische Nacht. Ein Höllenritt bis zum Morgengrauen beginnt, denn Einlaufen in den überfüllten Hafen von Femø kommt nicht in Frage bei diesen Bedingungen. Mein iPad als Plotter hilft mir wenigstens, immer genau zu wissen, wo wir gerade entlangschaukeln. Wir nehmen Kurs auf Agersø und versuchen die 18 Meilen möglichst langsam unter mitlaufender Maschine vor Top und Takel zu bewältigen, um dann mit dem ersten Morgengrauen einzulaufen. Auch ohne Segel machen wir beiwohl 7-8 Beaufort und beachtlichen, brechenden Wellen über 4 Knoten. Beide füttern wir abwechseln die Fische, während die Kinder Gott sei Dank tief und fest schlafen, trotz dem Geschaukel. So machen wir die Nacht durch, genau wie die Crew der Yuendumu, die wir jedoch aus den Augen verloren haben. Gegen halb Fünf erreichen wir endlich unbeschadet und ausgelaugt Agersø. Finden einen Platz an der Pier, streifen die durchnässten Klamotten ab und legen uns noch 2 Stündchen hin, bevor die Kinder uns wecken. Die haben von all dem tatsächlich nichts mitbekommen. Die Yuendumu läuft um 6 auch ein und so ist unsere kleine Flottille wieder vollständig. Jetzt müssen wir unsere Batterien erstmal wieder aufladen undgenießen das beschauliche Agersø.

Mittwoch, 25. Juli 2012

Unterwegs

Wir sind endlich wieder mal unterwegs. Bei bestem Sommerwetter im entschleunigten Dänemark. Auch wenn am Montag die Überfahrt nach Gedser bei Welle von der Seite nicht so toll war... Luna hat die Fische reichlich gefüttert... jetzt sind wir hier und nun auf dem Weg durch den Guldborgsund. Das herrlichste Wetter verwöhnt uns zur Zeit und wir beten, dass es noch 2 Wochen andauern möge.

Sonntag, 24. Juni 2012

... Stippvisite an Bord.

Was sind das nur für Wetteraussichten? Mit meinem Wunschsommerwetter hat das nichts zu tun. Trotzdem wird es mal wieder Zeit, an Bord nach dem Rechten zu sehen. Da der Samstag noch sonnig startete, fuhr die Motivation mit. Nach etwas chillen und Kinder bändigen zogen beim Spaziergang zum Strand aber schon dichte Wolken auf. Ein Rotweinchen versüßte dann trotzdem noch den kühlen Abend. Sonntag dann wie erwartet Dauerregen. Frühstück an Bord und dann packen wir auch schon wieder zusammen. Mit den Kids ist man bei solchem Wetter zuhause besser dran... Sommer 2012, wo versteckst Du Dich??? We'll be back!

Montag, 4. Juni 2012

Hafenurlaub mit Landanschluss

Gern würde ich an dieser Stelle berichten, dass wir die zurückliegenden 2 Wochen unter vollen Segeln in Dänemark von Insel zu Insel gebummelt sind. Da ich gesundheitlich angeschlagen war und die meiste Zeit außerdem Starkwind aus Ost die gefühlten Temperaturen in den Keller getrieben hat, sind wir halt im Hafen geblieben. War trotzdem abwechslungsreich und schön mal wieder länger an Bord zu sein. Wenn es mit unseren beiden kleinen Leichtmatrosinnen auch zeitweise verdammt anstrengend war. Gerade Luna hat das herumklettern für sich entdeckt, so dass wir ständig hinterher sein mussten. Insofern ist es vorteilhaft gewesen, dass wir jederzeit an Land "ausweichen" konnten. Von ausgedehnten Spielplatz- und Strandaufenthalten mit Robbenwatching über Rollerfahren oder mit der Fähre nach Warnemünde rüber zum Eisessen...und natürlich mal zum Erdbeerhof von Karl's. Im Hafen dann Schlauchboot-Touren, Quallen keschern, Boot gucken oder Rotfedern angeln. Die Sonne ist uns weitestgehend treu geblieben und so durfte auch der Grill hin und wieder glühen. Mit dem Wechsel der Wetterlage auf West und den ungeliebten Begleiterscheinungen verholten wir uns dann wieder nach Hause und ließen den Urlaub dort ausklingen. Auf dem Weg nach Hause fing Lilli an zu weinen..."ich will wieder zurück zum Boot...". Wir kommen also wieder. Und dann werfen wir hoffentlich auch die Leinen los.

Hier nun noch ein paar Fotos vom Hafenurlaub...

Dienstag, 8. Mai 2012

Wieder im Wasser

Das passable Wetter habe ich heute ausgenutzt und unser Schiffchen ins Wasser gebracht. Wurde auch Zeit denn schließlich ist ja schon Mai und bereits ab nächsten Donnerstag haben wir Urlaub geplant. Die letzen Wochen waren stressig genug. Umzug und kränkelnde Kinder hielten uns in Atem. Nun wird es Zeit für ein paar erholsame Tage an und auf der Ostsee. Der Anfang ist gemacht, das Boot am Liegeplatz, die Segel angeschlagen. Jetzt wartet nur noch reichlich Schrubb- und Putzarbeit auf uns, um die Spuren des Winters zu beseitigen. Mal sehen, wann wir das noch schaffen. Eins nach dem Anderen. Jetzt erstmal in die Koje...

Sonntag, 25. März 2012

Tagesziel erreicht!

Da will man das schöne sonnige Samstagswetter nutzen und dann das...kaum komme ich über die Autobahn Rostock näher, umschließt mich dichter Nebel und die Temperatur sinkt von 11 auf 5 Grad! Na toll. Gut, das ich die Sonnencreme zuhause gelassen habe. Es wird sich den ganzen Tag nichts ändern an dem Wetter. Dafür ist das Auto voll mit den Matratzen fürs Boot. Und mit den Utensilien für die Tagesaufgabe: Antifouling Pinseln.

Seit dem letzen Blogeintrag bin ich nicht mehr beim Boot gewesen. Einfach nicht geschafft bei all dem Stress mit Kinderkrankheiten, eigenen Krankheiten, Feiertagen und anstehender Umzugsplanung. Zum Glück ist alles trocken. Der Winter hat nur an Deck seine dreckigen Spuren hinterlassen. Also Schleifpapier gezückt und hier und da noch etwas Anschleifen. Dann Abkleben und es kann losgehen. Nach ein paar Stunden kann ich dann das Klebeband abziehen und das Ergebnis bewundern. War ne ganz schöne Schinderei und die Farbe wurde zum Ende knapp. Aber es hat gereicht. Tagesziel erreicht.

Nun noch die ganzen Polster hoch ins Cockpit geworfen und im Schiff verstaut, fertig. Reicht auch. Zufrieden erreiche ich gegen halb 7 wieder die Heimat und werde mit Abendsonne empfangen. Die hat hier den ganzen Tag geschienen...wie ungerecht!